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Manipulierbar? Menschen und Medien zwischen Inszenierung & Authentizität, Fake News & echten Geschichten [außerschulisch / Erwachsenenprojekt]

Wir leben mit einer Flut an Informationen und werden täglich konfrontiert mit neuen Nachrichten.

In diesem Projekt setzten wir uns gemeinsam mit den FSJlern der Glauchauer Berufsförderung e.V. damit auseinander, wie man bei der Vielfalt an Medieninhalten den Durchblick behält, wie man wichtige Informationen selektiert, Nachrichten kritisch hinterfragt und Fake News enttarnt.

Dafür erhalten die Teilnehmenden einen Einblick in das journalistische Arbeiten, den Entstehungsprozess von Nachrichten, sie lernen die Funktion des „Gatekeepers“ kennen und nach welchen Kriterien eine Nachrichtenauswahl stattfindet. Auch der Pressekodex und die Pressefreiheit werden dabei näher betrachtet.

Aber was kann ich tun, wenn ich mir unsicher bin, ob eine Information im Netz wahr ist? Der Schwerpunkt des Projekts umfasst die Manipulation in und durch Medien. Die Teilnehmenden lernen, wie und wo man auf Manipulation in den Medien treffen kann und wie man sie entlarvt.

Dazu werden verschiedene Vorgehensweisen, hilfreiche Websites und praktische Tools zum Fake Check recherchiert, gesammelt und gemeinsam besprochen. In aktiver Medienarbeit können dann verschiedene Werkzeuge und Möglichkeiten zum Faktencheck ausprobiert und Erfahrungen und Ergebnisse in einer Bildcollage zusammengefasst werden.

Um den kritisch-reflexiven Umgang mit Medien und Medieninhalten weiter zu fördern, probieren sich die Teilnehmenden anschließend selber an Bild- und Audiomanipulation aus. Sie bekommen so einen Einblick in die Möglichkeiten der Manipulation und erleben, wie einfach verschiedene Mittel und Techniken für die Bearbeitung entsprechender Inhalte genutzt werden können. Im Ergebnis entstehen dabei manipulierte Interviews, Zeitungsartikel und Social Media-Posts mit Fotomontagen, in denen die Kernaussage komplett verändert worden ist.

Am letzten Tag rückt die Inszenierung von Reality – und Castingshows in den Fokus des Projekts. Denn auch da entspricht nicht alles der Wahrheit. Hier findet oft eine Manipulation der Protagonisten und der Zuschauer einer Sendung statt. Dabei werden auch die von Jan Böhmermann aufgedeckten Missstände in einer TV-Produktion thematisiert. Die Teilnehmenden beschäftigen sich mit den Mitteln und Vorgehensweisend der Produktionsfirmen von Reality – und Castingshows. Sie produzieren selbstständig die, für Castingshows typischen „First Look“-Videos mit Hilfe von Tablets und Schnitt-Apps. Die Produktion dieser Clips folgt ganz dem Motto großer Fernsehformate: „Wir brauchen eine Show“ – heißt Emotionalisierung, Dramatisierung und Stereotypisierung spielen eine wesentliche Rolle. Entsprechend werden die Hauptakteure in Szene gesetzt und Aussagen überspitzt und übertrieben dramatisch dargestellt. Außerdem inszenieren die Teilnehmenden verschiedene Stimmungen in einem Video indem sie dem Bildmaterial unterschiedliche Musikstile und Filter unterlegen.

Nach den drei Projekttagen haben die Teilnehmenden einen umfangreichen Einblick darüber bekommen, wie leicht sich Medieninhalte manipulieren lassen und wie man Falschnachrichten auf den Grund gehen kann. Ein wichtiger Aspekt war dabei, zu verstehen, dass nicht nur die Inhalte manipulierbar sind, sondern, dass sich auch Menschen durch Tricks der Produktionsfirmen in die Irre führen lassen können. In aktiver Medienarbeit und getreu dem Motto „learning-by-doing“, lernten die Teilnehmenden ihr Mediennutzungsverhalten zu reflektieren und verschiedene Medienformate und -inhalten auch kritisch zu betrachten.

 

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