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„Bo(o)mbastisch // Industriekultur – sichtbar, hörbar, fühlbar“ – Ein integratives Medienprojekt mit der WfbM St. Mauritius Zwickau [außerschulisch / Erwachsenenprojekt]

Barrierefreiheit in der 4. Sächsische Landesausstellung „Boom. 500 Jahre Industriekultur“ – diese Thematik stand im Fokus unseres integrativen Medienprojekts.

Die Teilnehmenden des Projekts waren vier junge Erwachsene zwischen 19 und 23 Jahren mit körperlichen und geistigen Einschränkungen. Sie sind Angestellte des Berufsbildungsbereichs der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) St. Mauritius in Zwickau.

Im Rahmen des Projekts befassten sie sich mit der Barrierefreiheit der Hauptausstellung der 4. SLA „Boom“ in Zwickau und produzierten dazu einen Videobeitrag. Dieser Beitrag soll wiederum andere Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkung bei der Planung ihres Besuchs der Ausstellung unterstützen und die vielfältigen Möglichkeiten, diese Ausstellung zu erleben, aufzeigen.

Das Projekt war sehr offen über mehrere Tage angelegt. Während des gesamten Projektzeitraums wurde viel Wert daraufgelegt, den Teilnehmenden die Inhalte sowohl akustisch in leichter Sprache als auch parallel visuell über Bilder und Worte zu vermitteln.

Die Teilnehmenden erhielten zunächst eine methodisch niedrigschwellig aufbereitete Einführung in das Thema „Film und Bildgestaltung“. Sie lernten alles zu Einstellungsgrößen, Perspektiven und Filmaufbau sowie das technische Equipment kennen. Nach einem gemeinsamen Rundgang inkl. Führung vom Fachpersonal durch die 4. SLA „Boom“, wurden zunächst verschiedene Aspekte zu dieser Ausstellung zusammengetragen, die die Teilnehmenden für sich als relevant erachteten und als wichtig für ihren Film einschätzen. Diese Ideensammlung diente als erste Rohfassung des Drehbuches und galt als ständig einsehbare Orientierung für die anstehenden Vorbereitungen und Drehtage. Auch die anschließende Erstellung des Storyboards erfolgte eigenständig durch die Teilnehmenden im Großformat, um zu gewährleisten, dass es für alle Beteiligten sinnvoll und verständlich aufbereitet wurde. Dreh und Schnitt (inkl. Nachvertonung) erfolgten aufgrund der einfacheren Handhabung und Nähe zur Lebenswelt der Teilnehmenden mittels Tablets. Während der Vorbereitungen, Dreh- und Schnittarbeiten konnten die Teilnehmenden verschiedene Rollen einnehmen („Drehbuchautor“, Kamera, Darsteller, Cutter) und waren motiviert auch eigene Hemmschwellen und Herausforderungen zu meistern. Schlussendlich hat sich jeder Teilnehmende gut in einer Rolle eingefunden, die er mit seinen Fähig- und Fertigkeiten ausfüllen konnte.

Das Projekt bot den Teilnehmenden ein Sprachrohr und ermöglichte eine aktive Teilhabe an aktuellen Themen und die Fokussierung auf ihre besondere Lebenssituation. Sie verstanden es, Medieninhalte als etwas „menschen-gemachtes“ kritisch zu reflektieren und lernten Medien als starkes Ausdruckselement für sich und ihre Anliegen kennen und nutzen. Sie wurden kreativ gefördert und für die Arbeit mit Medien und der Ausstellung an sich motiviert.  Den Projektabschluss bildete eine große Filmpremiere in den Räumlichkeiten der 4. SLA im Zwickauer Audi-Bau vor ca. 40 Personen.

Dieses Projekt wurde initiiert von der Projektassistenz Inklusion der Stiftung Deutsches Hygiene-Museum in Dresden (welche für die Umsetzung der 4. SLA 2020 zuständig ist). 

 

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